Eine bedenkliche Entwicklung

Quelle: Wikipedia

Seit vielen hundert Mondtagen beobachten wir das Treiben der Erdbewohner mit Sorge.

Es begann damit, dass sie raketengetriebene Apparate absichtlich auf der Rückseite unserer Welt zerschellen ließen. Dann schickten sie automatische Kameras, mechanische Landeapparate, elektrische Fahrzeuge und schließlich sogar biologische Spähtrupps. Bekanntlich gelang es uns seinerzeit, einige dieser Apparate zu zerstören, aber die Erdlinge zeichnen sich durch eine große Uneinsichtigkeit und eine noch größere Fähigkeit zum Ignorieren von Warnungen aus.

Damals waren viele unserer Wissenschaftler der Hoffnung, die Erdlinge würden sich nur für die Rückseite unsrer Welt interessieren; denn nur diese Seite können von ihrer eigenen Welt aus sehen. Bisher hat uns diese Eigenart bekanntlich viel Ärger erspart. Denn wie wir alle wissen, ist die Rückseite unserer Welt nur eine unwirtliche, luftleere Steinwüste. Das müssen auch die Erdlinge erkannt haben, denn sie haben schon lange keine neuen Steinsammler in diese mehr als uninteressante Gegend entsendet.

Seit einigen Tagen umkreisen jedoch wieder neue Apparate unsere Welt. Diese Apparate sind wahre Höllenmaschinen, die alle unsere Krater fotografieren! Denn die Erdlinge haben etwas geschaffen, das sie einen »Google« nennen: eine riesige elektronische Datenmaschine, größer als das Gehirn unserer besten Wissenschaftler. Und mit dieser Maschine vollbringen sie entsetzliche Untaten: sie speichert ein Bild von der Wohnhöhle eines jeden Erdbewohners. Und jetzt planen sie offenbar auch noch, Bilder aller unsere Wohnkrater dort abzulegen!

Doch vor wenigen Stunden ist etwas geschehen, das uns die wahren abscheulichen Absichten der Erdlinge aufgezeigt hat: sie haben ein Projektil in eines unserer zentralen Wasserreservoirs am Südpol geschleudert!

Nur den scharfen Augen unserer Sternobservatoren und dem vorbildlich schnellen Eingreifen der örtlichen Administration ist es zu verdanken, dass wir den größten Teil der Vorräte rechtzeitig beiseite schaffen konnten. So bleibt also zu hoffen, dass sie keine Hinweise auf das Vorhandensein dieser kostbaren Substanz gefunden haben, und sich endgültig von unserer Welt abwenden.

Für den Fall, dass sich die Erdlinge wider allen Erwartungen immer noch als unbelehrbar hartnäckig erweisen, bereiten unsere Techniker jedoch eine kurzfristige Veränderung des Mondkurses vor. Die Älteren unter uns werden sich sicher noch an das letzte Mal erinnern, als wir diese drastische Maßnahme eingesetzt haben: die daraus resultierenden Schwankungen in den Pegeln der Erdozeane sind den Erdlingen noch lange Zeit im Gedächtnis geblieben.

Ob man auch dieses Mal wieder Noah eine Vorwarnung zukommen lässt, wird zur Stunde von einer Sonderkommision der Akademie geprüft.